Ausgeflogen

 
11Februar
2014

Best Of Australia

20Januar
2014

Brisbane

Von Rainbow-Beach aus nahmen wir am 4.01 den Bus nach Brisbane. Vollgepackt sind wir bei 46 Grad!!! durch die Innenstadt, die unglaublich stark an Sydney erinnert, zur Queenstreet gelaufen und haben nach den Anweisungen von Debra, unserer Couchsurfing-Kontaktperson, den Bus nach Mt Ommaney Shops genommen. Eine Gegend voller Villen und Vorgaerten mit in Form gepressten Hecken und Springbrunnen. Als wir klingelten, oeffnete uns eine ca. 60-jaehrige, nur in Handtuch bekleidete, ungeschminkte Debra, die leicht geschockt war uns schon so frueh vor ihrer Haustuer stehen zu sehen. Am Anfang fuehlte ich mich recht unwohl, die Einrichtung des gigantischen Hauses erinnerte mich ziemlich an Umbridges Buero, Katzenbilder, Porzellanpuppen und ein Plastikweihnachtsbaum mitten im Wohnzimmer. Auch Debra erschien mir nett, aber ziemlich merkwuerdig. In der Kueche hat sie uns erstmal unter durchgeknalltem Kichern mit Wasser abgespritzt. Aber ich muss sagen: In der kurzen Zeit, in der wir bei Debra wohnten, kann ich sie als einen liebenswerten, nachdenklichen und interessanten Menschen einschaetzen. Ich liebe Couchsurfing: Es ist so viel besser die Locals kennenzulernen und grundverschiedene Menschen aller Altersklassen, als immernur Hostelsmalltalk zu betreiben. Mit gefuehlt sehr aehnlichen Menschen. In Byron Bay zum Beispiel verbrachten wir einige Tage mit streng glaubigen Christen (leicht sektisch angehaucht meiner Meinung nach), die mir teilweise sehr sympathisch waren, aber Meinungen vertraten, die ich mit echter Empoerung abgestritten habe. Der 1. Tag in Brisbane war zu heiss, um noch etwas zu unternehmen, aber den 5.01. verbrachten wir in Brisbane City, machten eine Bootstour und schlenderten durch das Queensland-Museum, erfuhren viel ueber einheimische Tiere, Landwirtschaft und Kultur. Das tat, auch aufgrund der eiskalten Klimatisierung, richtig gut. Ich brauchte einfach mal wieder Lernstoff fuer mein Gehirn. Pepper und ich assen Wraps und Pflaumen im Park und fuhren Abends zurueck. Bis spaet in die Nacht unterhielten wir uns mit Debra, die wir beide inzwischen wirklich gerne mochten. Am naechsten Morgen verabschiedeten wir uns mit einem Rosenstrauss von Debra, die uns mit Komplimenten ueberschuettete, und machten uns auf den Weg nach Byron Bay ohne auch irgendwas geplant geschweige denn gebucht zu haben...
03Januar
2014

Fraser Island

Ich schliesse die Augen, um die besten Worte fuer diese traumhafte Insel zu finden. Weite. Geschwindigkeit, spritzendes Meerwasser und ein strahlend blauer himmel. Viele glueckliche Gesichter. Wehendes Haar. braungebrannt. Purer, schneeweisser Sand.

Stunden, Tage, Monatelang koennte ich mit einem 4WD am kilometerlangen und endlos erscheinenden Sandstrand entlangduesen, wenige Meter nur vom tiefblauen, schaeumenden Ozean entfernt. Fraser island ist vollkommen und ohne zu uebertreiben ein Paradies. Laut lachend ist unsere Gruppe zu trommelfellsprengender Lautstaerke buntgemischter Musik und 80km/h am Strand entlanggefahren. Fraser Island ist eine Insel, die ca die Groesse Singapurs hat, und damit die groesste Sandinsel der Welt. Fast die gesamte Insel ist Naturschutzgebiet, kilometerbreite und lange Straende liegen direkt neben dichtem Regenwald und einer Wueste in der Mitte der Insel. Wir campten zwei Tage in "Aboriginal-Land", haben Lagerfeuer gemacht und gemeinsam mit unserer Gruppe gekocht. Tagsueber sind wir mehrere Male in den Inland-Tracks in ultra weichem, tiefem Sand stecken geblieben. Der Sand war so uneben, das unser gesamtes Auto zu einem Rodeo-Bullen mutiert ist und allein die Sicherheitsgurte uns davon abhielten mit den Koepfen an die Decke des Autos zu knallen oder sonst herumzufliegen. Das war ein unglaublicher Adrenalinkick und wurde nur unangenehm, als ueber zwei Stunden keine Toilette available war...

Tagsueber wanderten wir durch den Regenwald oder an de Wueste entlang zu Suesswasserseen, wo wir uns erfrischten (und nach dem Rueckweg wieder vor Schweiss trieften). In das Jahr haben wir mit unserer wirklich netten Gruppe bestehend aus einem irischen Paar, einer Englaenderin, zwei Italienern und einer Suedafrikanerin gefeiert. Aber ich muss sagen- ich war um ein Uhr im Zelt. Hier ueberkommt mich um ca 9 Uhr immer eine unglaubliche Muedigkeit, stehe zur selben Zeit jedoch auch um halb sieben jeden Tag auf.

Auf dem Rueckweg verabschiedete sich die Insel mit einem aus dem Wasser springenden Delphin (Ich weigere mich gegen die neue Rechtschreibung, Delfin sieht einfach bloed aus). Insgesamt empfehle ich jedem, der sich im Moment in Australien befindet oder vor hat dieses grossartige Land zu bereisen, sich ein Auto zu mieten und den Strand von fraser Island entlangzuduesen.

 

Im Moment sitze ich in einem Internetcafe in Rainbow-Beach und freue mich auf Brisbane, morgen gehts Couchsurfen, danach lassen wir uns treiben, bis wir wieder in Sydney ankommen.

Sonnige Gruesse, vorallem an Opa, ich hab dich sehr, sehr lieb!

Eure Isa

03Januar
2014

New Horizon- Segeln in den Sonnenuntergang

"Gestern sind wir mit dem Schiff zu den Whitsundays gefahren und haben uns am Whiteheaven-Beach stundenlang gesonnt, sind mit unseren Stinger-Suits schwimmen gegangen und sind in den Sonnenuntergang gesegelt. So mit den Beinen ueber der Rehling und dem Wind in den  Haaren habe ich mich wunderbar frei gefuehlt" schrieb ich in mein Tagebuch auf dem Dach der "New Horizon", um mich herum nichts als tuerkisblaues Wasser.

Der 26. war der 1. Tag auf der New Horizon. In unglaublicher Hitze liefen Pepper und ich zum Hafen und trafen auf eine Horde Durchschnittsbackpacker (Jede/r bewaffnet mit einem Einkaufswagen voll gefuellt mit Alkohol) und beteten die naechsten drei Tage nicht mit ihnen verbringen zu muessen. Und wurden erhoert- es gab zwei Schiffe fuer den selben Anleger. Hilfe, ich mutiere zur Spiesserin- aber ich hatte ganz und gar keine Lust meinen Whitsundays-Trip auf einem Partyboot mit Dauerbesoffenen und Gruppenfotos, auf denen man die Arme in die Luft schmeissen und daemlich "Whitsuuuuundaaaays" groelen muss, zu verbringen.

der New-Horizon-Trip war bis jetzt denke ich das Highlight der Reise. Ich habe mir fest vorgenommen: Spaeter, da habe ich auch ein Boot, auch wenn es ein gammeliges Holzkanu ist, dann schippere ich raus aufs Meer und lass mir die salzige Luft um die Nase wehen. Wir waren im Great Barrier Reef schnorcheln, haben Clownfische in ihren Anemonen beobachtet und riesige Fische vorbeigleiten sehen. Oft sassen wir regungslos an Deck und haben einfach genossen.Kein einziges Mal wurde ich wirklich seekrank, das hatte ich zuvor befuerchtet und mir vorsorglich Anti-Seasick-Tabletten besorgt. Die Crew und das Essen, das war einfach so, wie wir uns das vorgestellt hatten. Wuuunderschoen:)

03Januar
2014

Townsville und Weihnachten in Airlie-Beach

In Townsville hatten wir die naechten Tage eine weiterhin wirklich wundervolle Zeit. Am 23. schrieb ich am Abend in mein Tagebuch: "Ein wunderbarer, perfekter Tag. In mir ist das Gefuehl von Beruehrung, Waerme und Glueck. Es ist das warme Gefuehl in Brust und Wangen, das man nach einem minutenlangen Lachanfall spuert. Ich habe John und Wolfgang so ins Herz geschlossen! Eben hat er uns Fotos von Frueher gezeigt und wir haben Traenen gelacht. Ich bin so traurig morgen fahren zu muessen, vorallem weil heute einfach so schoen war." Wir waren alle zusammen im Paluma-National-Park schwimmen, in einem Fluss durch den dichten Regenwald, in klaren Gumpen unter kleinen Wasserfaellen. Wolfgang ist erst vor wenigen Jahren nach Australien ausgewandert, da war er schon ueber 40. irgendwie beruhigt mich das so sehr, dass das Leben sich immer drehen und wenden, sich in jedem Alter neu gestalten laesst. Wolfgang  hat oft gesagt: "Die Menschen finden immer Ausreden, um sich von ihrem Alltagleben nicht loesen zu koennen, das sie eigentlich ungluecklich macht. Meistens ist es die Arbeit- aber es ist so: Will man etwas von ganzem Herzen, dann klappt das, dann reisst man sich los, auch wenn es schwer faellt." Wenn ich dabei in sein Gesicht geschaut habe wusste ich: Dieser Mann ist uebergluecklich.

Den naechsten Tag stiegen wir, nachdem wir beide nocheinmal von John und Wolfgang gedrueckt wurden, in den Premier Bus nach Airlie-Beach.

Den 24.12. verbrachte ich mit hoellischen Kopfschmerzen in einer auf dem Boden schleifenen Haengematte im "Normads"- Hostel in Airlie-Beach. Voellig entkraeftet und muede war ich mit meinen Gedanken kaum bei Weihnachten oder meiner Familie, es haette ein ganz normaler Sommertag sein koennen, wenn nicht 90% des Hostels ihr nahezu Komasaufen in Weihnachtsmuetzen oder WeihnachtsBIKINIS zu einer Liste der 100 schlimmsten Weihnachtspopsongs aller Zeiten um meinen Rueckzugsort herum ausgeuebt haetten. Pepper und ich haben uns dafuer entschieden, Weihnachten dieses Jahr ausfallen zu lassen, so ohne Familie und Kaelte, der gemuetlichen Stimmung unter einem echten Tannenbaum (hier gibt es eher die Plastikvariante: Je mehr Lametta, desto besser) und Plaetzchengeruch im Haus.

Den naechsten Tag ging es mir wieder viel besser. Pepper und ich fruehstueckten in Ruhe unsere Oats und "Weet Bix", eine Art Getreideschleim, der nach Nichts schmeckt, aber eben auch nichts kostet und verbrachten nahezu den gesamten Tag an der Lagune, einem kuenstlich angelegten oeffentlichen Schwimmbad mit weissem Sand direkt am Meer. Es ist so verlockend in das kuehle Blau des Meeres zu springen, wahrscheinlich wuerde einen dieser Ausflug jedoch umbringen. Salzwassekrokodile, Haie und vorallem die Jellyfish, hoch giftige Quallen, versuchen einen (wie gefuehlt alle Tiere in Australien) umzubringen. Alleine, waehrend Pepper mit ihren Eltern geskyped hat, bin ich an der Kueste entlang zum Hafen geschlendert. Airlie Beach ist ein typischer Touristen-Strandurlaub-Ort. Um eine Hauptstrasse herum sammeln sich hunderte Backpacker-Resorte und Hotels, kleine Kleidungslaeden und Restaurants. Alles wenige Meter entfernt von Lagune und Strand.

19Dezember
2013

Great Barrier Reef, Daintree National Park und nun das Paradies

Ich weiß. Ich habe mich wirklich lang nicht mehr gemeldet. Doch jeder, der einmal auf Reisen war weiß, dass einen jeden Tag und manchmal jede Sekunde neue Eindrücke überfluten oder Dinge geschehen. Dass man Zeit braucht, um erst einmal selbst im Kopf darüber nachzugrübeln, bevor man es auf den Blog tippen kann.

 

THE GREAT BARRIER REEF

An unserem letzten und wolkenlosen Morgen in Ravenshoe haben wir uns sehr emotional von Tini (und weniger von den Französinnen) verabschiedet und sind mit gemischten Gefühlen nach Cairns getrampt. Wir hatten Glück: Ein wirklich netter Aussi hat uns über zwei Stunden und entlang kurviger Straßen durch den Regenwald direkt zum Cairns Central gebracht, von dem aus wir mit wenigen Gehminuten zu unserem "Reef Hostel" gelangen konnten. Das Einzige, das uns das endlose Warten bei strömendem Regen in unserem alten Farmers House gebracht hat, war der Mut zum Hitch Hiking, den wir durch die Langeweile entwickelten. Pepper und ich sind dennoch sehr skeptisch, wir wissen genau, dass ein gesundes Misstrauen beim Trampen wichtig ist.

Schon an unserem ersten Tag zurück in Cairns haben wir unsere Reef Tour gebucht und sind am nächsten Morgen etwas verschlafen zur Bootshaltestelle am Hafen gelaufen. Wenn ihr wüsstet, wie pünktlich wir hier immer sind.  Wenn wir in Deutschland sind, versuchen wir das auf jeden Fall beizubehalten, für alle die sich jedes Mal über uns Zuspätkommer ärgern. Pepper und ich wurden von einer sehr netten Crew empfangen und haben uns einen wunderbaren Platz an Deck gesichert. Ich liebe das Gefühl von Fahrtwind in den Haaren und salziger Luft in den Lungen. Ich habe in vollen Zügen genossen Sommer zu haben und den strahlend blauen Himmel über mir zu sehen. Es ist seltsam, aber an tristen, grauen Wintertagen, da wünscht man sich nichts sehnlicher als einen bunten, warmen Sommertag. Und wenn er dann tatsächlich da ist, muss man sich mit aller Kraft daran erinnern es zu genießen. Den kostbaren Moment in Erinnerung zu behalten. Die Gegenwart und die Zeit- die vergeht. Schon jetzt kommt es mir unrealistisch vor, inmitten von Korallen geschwommen zu sein und eines der schönsten Naturwunder der Welt genossen zu haben. Der Moment verfliegt so schnell, so auch dieser hier. Schon morgen schmecke ich nicht mehr das Salz auf den Lippen, so wie ich es jetzt tue. Das Rauschen der Bäume durch den Wind, der hindurchfegt, all das höre ich jetzt so deutlich und nah und ist schon morgen vielleicht nicht vergessen, aber das Gefühl und der Eindruck dazu fehlt. Ich wünschte, ich hätte ein Denkarium wie Dumledore oder ein Marmeladenglas für schöne Erinnerungen wie bei den "Wilden Hühnern". Eine Möglichkeit, Momente einzufangen.

Insgesamt zwei Schnorchelgänge an unterschiedlichen Stellen des Outer Reef und ein leckers Buffet, bei dem Pepper und ich als arme Backpacker einen Mount Everest an Essen auf unseren Tellern verschlungen haben, baten uns die "Deep Sea Divers". Auch wenn ich keine Schilkröte gesehen habe, habe ich jede Menge an bunter Korallen und Fische, schillerne Fischschwärme und einen Rochen entdeckt.

 

16.12.2013

Regen prasselt und macht die Stimmung in unserem Bungalow mitten im Regenwald gemütlich, schafft eine wunderbare Atmosphäre. Zikarden zirpen. Es ist Abend, ich sitze auf meinem Bett und spüre, wie die Müdigkeit mich allmählich einnimmt. Seit heute Morgen sind wir mit den "Active Tropics Explorer" unterwegs, wurden mit dem Bus von unsrem Hostel abgeholt und an palmengesäumten, einsamen Stränden entlanggefahren. Nach einem kurzen Stop in Port Douglas haben wir eine "Wildlife River Cruise" auf dem Daintree River gemacht und dabei ein winziges Krokodil entdeckt. Weil Pepper und ich ein fünf Meter Krokodil erwartet haben, waren wir etwas enttäuscht. Unsere Enttäuschung sank weiter, als wir von unserem nervigen Guide durch den Regenwald geführt wurden. Nicht aufgrund des Dschungels, der ist einfach atemberaubend schön. Mir hat das tourihafte In-einer-riesigen-Gruppe-zwei-Meter-durch-den-Regenwald-laufen-und-ein-paar-Fotos-von-Pflanzen-machen nicht gefallen. Meiner Meinung kann man etwas Derartiges wie den ältesten Regenwald der Welt nicht in fünf Minuten als Sight Seeing Attraktion abhaken und dann wieder in den Tourbus steigen.

Mit getrübter Stimmung kamen wir in unserem YHA Beach Hostel an. Nachdem wir unser Instant-Food verschlungen haben, ging es uns auch gleich viel besser. Das Hostel besteht aus vielen Bungalows mitten im Rainforest, der aus Farnen bis in den Himmel und ineinanderrankenden Bäumen besteht, fast unecht wirkt. Nur einen 5-minütigen Fußweg entfernt liegt das Cape Tribulation, dort wo der Regenwald auf das Great Barrier Reef trifft. Ein paradiesischer Platz auf der Welt, kilometerlange weiße und unberührte Sandstrände, wenige Meter entfernt vom dichten Urwald. Nach einem gemeinsamen Strandspaziergang am Abend waren Pepper uns ich uns sicher, dass sich die Tour auf jeden Fall gelohnt hat. -

Bis wir uns beide eine Lebensmittelvergiftung zugezogen haben. Wie schon damals auf der Garlic-Farm hieß es für Pepper eine Nacht keinen Schlaf und Übelkeit. Auch mir ging es nicht gut, wenn auch längst nicht so ÜBEL wie Pepper. Trotzdem konnten wir am nächsten Morgen am zweiten Tour teilnehmen, einem Trip zum Mossman Gorge, einem Fluss durch den Wald, bestückt mit riesengroßen runden Steinen.

PEPPERS HEILUNG DURCH EINEN ABORIGINE

Phiechen, die aufgrund ihrer Lebensmittelvergiftung nicht mit zum Mossman Gorge gekommen ist, wurde an jenem Tag Teil einer spirituellen Heilung eines Aborigines. Der selbe Guide, der unserer Tourgruppe zuvor etwas über die Kultur der Aboriginal berichtet hatte, hat sie auf der Bank abgefangen, auf der sie wie ein Häufchen Elend ihren Schlaf der voherigen Nacht nachholen wollte. Pepper hat erst abgelehnt, als ihr der Aboriginal eine Heilung ihres Körpers anbot, da sie sehr skeptisch war und nicht in der Verfassung sich zu bewegen. Nach einiger Zeit wurde sie jedoch überzeugt. Aus Erzählungen ihrerseits weiß ich, dass der Guide bestimmte Blätter aus dem Regenwald, die antiseptisch wirken, und ein bestimmtes Pulver aus Stein auf ihren Körper gelegt und in der Sprache der Aborigine zu ihr gesprochen hat. Das alles hat für mich ein bisschen mit Zauber zu tun, aber es hat tatsächlich geholfen. Pepper ging es um einiges besser, als zuvor. Sie hat mir auch erzählt, dass der Aborigine von einer bestimmten Verbindung gesprochen hätte, die dieser bei Pepper und mir gespürt habe, als er uns zusammen sah.

 

PARADIES

Ich fühle mich wie im Urlaub. Nach 6-Stündiger Busfahrt sind wir nun in Townsville angekommen und leben bei Wolfgang und John, einem Paar, das zusammen in einer kleinen, wunderschönen Villa auf einem Berg in Townsville lebt. Wolfgang, ein alter Studienfreund von Phiechens Vater Gerd, hat uns netterweise und mit vielen warmherzigen E-Mails zu sich nach Hause eingeladen, was wir sehr dankbar angenommen haben. Es gibt nichts Schöneres, als auf Reisen etwas wie ein Zuhause, einen Rückzugsort zu haben und den Hostels zu entkommen. Nach freundlicher Begrüßung war ich mir sicher, dass ich Wolfgang und John gern hab. Sehr liebevoll haben sie das Gästezimmer mit neuen Zahnbürsten- und Pasta, frischen Handtüchern ausgestattet und uns die Betten hergerichtet. Das Haus ist unglaublich! Es gibt einen Pool und einen kleinen Spa, viele Wände sind verglast und insgesamt strahlt das Haus eine unprotzige Eleganz aus. Mit dem Cabrio hat uns Wolfgang zum besten Aussichtspunkt gebracht, von dem aus wir auf die ganze Stadt und das Meer blicken konnten. Bis eben gerade haben wir gemeinsam Pizza und Salat gegessen und uns wirklich interessant unterhalten. Vorallem interessiert haben mich all die Geschichten aus aller Welt, die John und Wolfgang auf ihren unzähligen Reisen durch die ganze Welt erlebt haben.

Ich melde mich so schnell wie möglich! Viele liebe Grüße an alle und eine fette Umarmung an alle Menschen, die ich oder die mich hier vermissen. Und viel, viel Sonne sende in euch rüber. Ich habe die hier nämlich im Überfluss. ;)

Eure Isa

 

 

 

MAGNETIC ISLAND

20 Minuten mit dem Schiff von Townsville aus liegt Magnetic Island: Eine Insel mit einsamen Stränden und kleinen Wanderwegen entlang der Küste.

 

Fröhliche Weihnachten vom anderen Ende der Welt, Eure Isa

 

 

26November
2013

Ravenshoe-Farmwork im Norden Queensland

Nach verzweifelter Jobsuche waren wir überglücklich eine Kartoffelfarm in Ravenshoe gefunden zu haben. Auf dem Weg mit dem Bus von Cairns nach Ravenshoe dachte ich mit den "Fleet Foxes" im Ohr und vorbeiziehenden Landschaften aus Regenwald, wie unglaublich gerne ich das Reiseleben mag, die Unabhängigkeit und Eindrücke, tolle neue Menschen- bis wir in Ravenshoe ankamen. Hier gibt es wirklich nichts. Wenn man von den wenigen Läden mit furchtbarster Weihnachtsdekoration absieht. Ich fühle mich ein bisschen wie im Wilden Westen, die Farmer gehen schon am Vormittag in den einzigen "Country Club" um sich ordentlich zu betrinken und haben diese ganz besondere Art zu sprechen. Wir wohnen 15 Kilometer von Ravenshoe in einem alten und modrigen Farmers House, mein erster Eindruck war: Hier gefällt es mir. Abgeblätterte Farbe an den Möbeln, ein verstaubtes Klavier und alte, schwarz-weisse Fotographien: Das alles hatte eine so authentische Austrahlung vom Leben auf dem Land. Vielleicht vom Landleben 1950, aber ich bin aus irgendeinem Grund fast ausgeflippt vor Enthusiasmus. Vor unserem Haus laufen Hühner und Kühe freilaufend herum, gegenüber befindet sich eine Scheune, bis zum Dach gefüllt mit Strohballen.

Mit uns haben bis vor ein paar Tagen 3 nette deutsche Mädchen gewohnt, zwei von ihnen haben es nach drei Tagen nicht mehr ausgehalten. Das Problem ist: Wir können nicht arbeiten. Das Wetter ist seid über 20 Jahren nicht mehr so schlecht gewesen wie jetzt, jeden Tag haben wir orkanartige Stürme und Regenschauer. Die Kartoffeln lassen sich jedoch erst ernten, wenn die Erde drei ganze Tage trocken war. Von Tag zu Tag wurde ich pessimistischer, musste zusehen, wie die Zeit rennt. Untätig und mit einer unzubändigenden Ungeduld in einem Farmers House hocken und grimmig in die Wolken starren. Vor einigen Tagen haben wir es nicht mehr ausgehalten und sind nach Ravenshoe getrampt, nachdem wir beschlossen haben, dass wir durchdrehen, wenn wir weiter untätig warten müssen. Über eine Stunde sind wir die endlos gerade Straße gelaufen, bis das zweite Auto, das an uns vorbeifuhr, angehalten und uns mitgenommen hat. Meine Laune wuchs exponentiell. Vorallem, als ich in einem ramschigen Bookshop Harry Potter 5 entdeckt habe, absolut wirksamer Stoff gegen Langeweile.

Oben: Unser Blick nach Draußen

Oben: Wanderung nach Ravenshoe

 

Auch wenn dieser Eitrag sehr viel negativ behafteter ist, als meine Letzten, geht es mir hier gut. Ich merke, dass ich das einfache Leben auf dem Land, das Entlanglaufen endloser Straßen und die Natur hier sehr genieße. Ich hatte nur noch nie in meinem Leben einen ernsthaften Drang arbeiten zu müssen und vorallem zu wollen! In Deutschland hätte ich nie gedacht, dass ich 10 stündiges Kartoffel ausbuddeln untätigem Liegen in der Sonne mehr als vorziehe.

11November
2013

Ich liebe es hier.

Nackt in den Fluss springen. Nachts die Zikaden zirpen hoeren. Sonne. Viel Sonne und das Zwitschern der Voegel. Klarheit. Glueckseligkeit. Gesaenge und zwangloses Tanzen.

 

08November
2013

HARI AUM - Eine Woche Yoga Ashram

Von draussen dringt das Zirpen der Zikaden herein, der Himmel ist klar und voller Sterne. Der Ashram liegt inmitten eines Mangroove Forest, hier reichen die Farne bis zum Himmel und die Baume erreichen unglaubliche Groessen. Als ich zum ersten Mal auf die bunten Hauser und gepflegten Gaerten geschaut habe, habe ich diesen Ort als sehr friedlich empfunden. Sehr still, fast zu still. Mir war ein wenig unbehaglich, die Menschen waren so fremd und in der Mentalitaet so eigenartig, dass ich mich zu erst fehl am Platz gefuehlt habe, irgendwie am falschen Ort. In diesem Ashram wird Satyananda-Yoga praktiziert diese Art von Yoga ist sehr auf das Mentale fokussiert. Als wir zum ersten Mal alle gemeinsam in einem Kreis standen und nach tiefem Einatmen laut: "OHMMMMM" gesungen haben war ich kurz davor zu lachen. Mir kamen all die Gesaenge, Zeremonien, Kleidungsvorschriften und Philosophien wie eine Religion vor, auch wenn ueberall betont wird, dass Yoga keine sei.

Wir haben hier einen sehr strengen Tagesplan. Wir stehen um halb 7 auf um um 7 zu fruehstuecken, danach machen wir eine Stunde "Cleaning Karma Yoga", das bedeutet fuer mich meistens die Baeder zu putzen. Danach geht es mit Arbeit weiter. Wir werden in Gruppen aufgeteilt und machen entweder "Kitchen" (das erklaert sich von selbst) oder "Grounds", das bedeutet Gartenarbeit. Danach gibt es immer Pausen, in denen man Tee und Obst zu sich nimmt und mit den Anderen in der Sonne sitzt. Es ist so unglaublich heiss hier und da es hier nicht erlaubt ist Shorts zu tragen, fluechte ich mich sogar als Sonnenanbeterin in den Schatten.

Gestern haben Pepper und ich uns fuerchterlich aufgeregt. Unsere Aufgabe war naemlich Laub von einem ein Meter breiten WALDweg zu entfernen. Wie soll diese Art von Arbeit gut fuer mein KArma sein, wenn es weder mir, noch anderen noch dem Wald etwas bringt? Ich arbeite lieber in der Kueche, hier sehe ich wenigstens am Ende das Resultat.

Heute hat Pepper Om, eine Yogi, gefragt, wie das perfekte Leben eines Menschen aussehen muesse um ins Nirvana zu kommen. Darauf meinte sie, dass das perfekte Leben sei, viel Liebe zu schenken und viel fuer andere zu tun. Und dies waer am besten moeglich in einem Ashram, da man hier durch die Arbeit mehr fuer andere tut als zu Hause und nicht nur fuer die Menschen die man liebt. Danach solle man sich zurueckziehen und fuer sich allein leben, sich von seinem Partner/ seiner Partnerin trennen und sich auf die eigene Erleuchtung konzentrieren.

Waehrend meiner ersten Tage braute sich eine Art Ablehnung bestimmter Teile der Philosophie und Regeln im Kopf zusammen. Vorallem bei der anderthalbstuendigen Meditation wurde ich hibbelig. All das Chanting und die Zeremonien, die Gewaender... so wirklich darauf einlassen konnte ich mich noch nicht. Seit heute morgen jedoch hat sich dies grundlegend geaendert.

In der Yoga Class am Morgen wurde Yoga Nidra praktiziert, das ist sehr meditativ. Ich lag auf dem Ruecken, eingekuschelt in eine Decke. Nach und nach konzentriert man sich auf Gerausche ausserhalb des Yoga-Saals, dann auf die Gerausche innerhalb des Saals, irgendwann auf das Gerausch des eigenen Atems und des Herzschlags. Immer mehr nimmt die Konzentration auf das eigene Ich zu, die Gedanken legen sich. Ab und zu wurde ich jedoch aus dieser Konzentration geworfen, weil nervigerweise jedes Mal Leute dabei einschlafen und markerschuetternd schnarchen.

In diesem Ort gibt es uebrigens mit die giftigsten Tiere der Welt. Brown- und Blacksnakes, Death Ader und Spinnen wie die "Red Back". Alle absolut toedlich. Heute habe ich waehrend der Arbeit zum allerersten Mal eine Black Snake gesehen, aber aus sicherer Entfernung. Wir muessen hier sehr aufpassen und bei jedem Schritt den Weg mit den Augen abtasten. Sonst sehe ich hier aber auch jede Menge schoene und ungiftige Tiere. An unserem ersten Morgen gleich ueber zehn Kakadoos, die mit lautem Geschrei durch den Wald geflogen sind.

Heute hatte ich ein wundervolles Erlebnis. Immer mehr waechst mir der Ashram ans Herz. Ich liebe es in der Natur zu sitzen, nur die Augen zu schliessen und den Voegeln zuzuhoeren. Jeden Morgen gibt es ein "Chanting", ein gemeinsames Singen. Ich habe erst heute daran teilgenommen, weil ich davor zu scheu war und vorallem Angst hatte Lachen zu muessen. Aber es war eine traumhafte Erfahrung. Es handelte sich um eine Feuerzeremonie, wir sassen auf Kissen um eine Flamme herum und sangen indische Lieder. Ich erreichte fast einen tranceartigen Zustand, die Stimmen hatten eine unglaubliche Kraft. Ich kann das kaum beschreiben, aber die Zeremonie hatte etwas mystisches, ueberirdisch Schoenes. Ich habe zum ersten Mal gespuert, dass das nicht allein Stimmen waren, es waren wirklich Teile der Seelen. Ich haette auch nicht an die Wirkung geglaubt und wuerde ich meine letzten Worte vor dem Ashram lesen wuerde ich dem nicht glauben. Sarah hat mir erzaehlt, dass diese starke Wirkung des Singens nicht aufgrund der Sprache oder der Worte zustande kommt, sondern wegen der Vibration im Koerper durch den Ton.

Hari Om Tat Sat

 

20Oktober
2013

Eine Menge nachzuholen...

...habe ich seit meinem letzten Blogeintrag. Hier passiert einfach soviel, dass ich kaum die Zeit finde, alles Erlebte nocheinmal Revue passieren zu lassen. Mittlerweile neigen sich meine letzten Tage in dieser wundervollen Stadt dem Ende zu. Ab Montag fahren Pepper und ich raus aus Sydney auf eine Farm nah bei Canberra.
In unserer ersten Woche nutzten Nica, Pepper und ich die Free-Walking-Tour aus und haben uns 3 Stunden die wichtigsten Gebaude und Sehenswuerdigkeiten angesehen. Die ganze Tour endete mit einer unglaublichen Sicht auf den Hafen von Sydney.
Letzten Samstag haben wir uns mit James und Nica am Hafen getroffen und haben eine Faehre nach Manly genommen. Der Ausflug war wunderschoen, wir haben am Strand gelegen, Surfer beobachtet und uns danach ganz trationsreich Fish&Chips gegoennt (Pepper und ich nur Chips, wir sind hier sehr sparsam mit Essen. Es ist einfach alles so unglaublich teuer!), sind im Sonnenuntergang zurueck an den Sydney Harbour gefahren, waerend die leuchtene Stadt und das Opera House vor einem wunderschoenen und unglaublich romantischem Himmel an uns vorbeizogen. Haette ich eine Postkarte mit diesem Ausblick gesehen, ich haette sie nicht gekauft, weil ich sie zu kitschig gefunden haette. 
Wir erleben hier pure Entspannung, aufregende Tage in denen wir neue Teile von Sydney erkunden und durchgedrehte Partys.
Vor einer Woche haben wir uns zum Barbeque mit Nica, ihren australischen Freundinnen Ally und Kate (bei denen sie fuer eine Woche unterkommen durfte), James und seinen Freunden getroffen. Wir haben ueber eine Stunde gebraucht den Barbeque-Grill in dem riesigen und unuebersichtlichen Sydney-Park zu finden. Die Stimmung war schoen und entspannt. Nach ein bisschen "Goon", australischer Weisswein der bezahlbar ist, sangen wir auf dem Rueckweg alle zusammen deutsche Weihnachts- und Karnevalslieder und blieben noch fuer eine Weile in Newtown in einer Bar. Ein bisschen ist Newtown wie Linden, ein alternatives Kuenstlerviertel, aber doch nicht so voller Charme wie mein Lieblingsviertel in Hannover. Danach durften wir teilhaben an einer unglaublich durchgedrehten Warehouse-Party, einer Art Geheimparty, die ein Freund von James organisiert hat. Auf dem Foto rechts sind Ally (links) und Kate (rechts).
Wir trafen uns mit Luke und James zum “Noodle Festival”, das ist ein großer Platz mit entspannter Electro und Loungemusik, dazu buntbestrahlte Palmen und das Wichtigste- überall Thai und Chinafoodstände. Die bunten Lichter ließen alles irreal und vor dem Hintergrund der gigantischen Wolkenkratzer künstlich und doch unfassbar glamourös erscheinen. Bunte Lampions und der Duft der verschiedenen Gewürze machten das Noodle Festival zu einem schönen Erlebnis, auch wenn ich mir wegen der hohen Preise nichts gekauft habe. Wir zogen nach ein paar Stunden nach China Town, wo wir sehr günstige und leckere „Puffs“ gegessen haben. Ein Geheimtipp der Aussis: Mit heißer Vanillecreme gefüllte kleine Pfannkuchen. 
Ein paar Tage später nutzten wir die fasr 40 Grad für einen Strandtag am Gordons Bay. Das ist ein ganz kleiner und nicht so überfüllter Strand, der von Felsen umsäumt ist.

Eine ganze Woche durften wir bei Mary und James unterkommen und wurden so liebevoll und mütterlich umsorgt, das wir manchmal nicht damit umzugehen wussten. Fast jeden Tag kam Mary mit prallgefüllten Einkaufstüten nach Hause und erzählte uns, dass sie auf dem Markt richtiges Brot für uns gekauft habe und viele typisch Australische Spezialitäten. Wir konnten gar nicht genug Danke sagen für all das, was sie uns gab. Mary hat eine sehr bescheidene und freundliche Art, sehr warmherzig und darauf bedacht anderen Menschen einen Gefallen zu tun. Das Haus von Mary und James liegt in Ashfield, einem Vorort von Sydney. Unseren letzten Tag verbrachten wir mit einem mehr oder weniger dreistündigem Spaziergang durch Ashfield (wir haben uns leicht verirrt), der uns wirklich gut tat.
Vorgestern waren Pepper und in den Royal Botanic Gardens, eine wunderbare Idee so viel Grün neben der Stadt zu haben.
Sydney erscheint uns so nah, kaum zu glauben, dass wir uns am anderen Ende der Welt befinden. Wirklich fremd wirken nur die Pflanzen und Tiere. Der Vogel auf dem Foto ist wie die Taube in Deutschland - einfach ueberall zu finden.
Unten: Alltag im Hostel
Und sonst gibt es hier nur zu berichten, dass ich einfach unglaublich glücklich bin.
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